Das Wichtigste in Kürze
- ChatGPT Ads ist laut OpenAI nach der Ausweitung auf 26 weitere Länder in 89 Ländern verfügbar.
- Deutschland wird in der aktuellen Meldung nicht als eines der neuen Länder genannt.
- Anzeigen erscheinen nur in den Tarifen Free und Go, Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei.
- Gebucht wird über Technologiepartner oder per Self-Service im Ads Manager.
Neue Werbekanäle entstehen selten über Nacht, aber manchmal schneller, als Unternehmen ihre Budgets planen können. Genau das passiert gerade mit Werbung in ChatGPT. OpenAI weitet die sogenannten ChatGPT Ads, also bezahlte Anzeigen innerhalb des KI-Assistenten, auf 26 weitere Länder aus. Damit ist die Werbung nach Angaben des Unternehmens in insgesamt 89 Ländern verfügbar. Für Betriebe in Deutschland stellt sich vor allem eine Frage: Was davon betrifft sie konkret, und lohnt es sich, schon jetzt Zeit in das Thema zu stecken?
Die Ausweitung in Zahlen
Wie OpenAI in seiner Mitteilung zur Ausweitung von ChatGPT Ads auf 26 neue Länder schreibt, kommen unter anderem 14 weitere Länder in Lateinamerika hinzu, darunter Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru. Außerdem nennt das Unternehmen Nigeria, Südafrika, Serbien, die Ukraine, Kambodscha, Bangladesch und Pakistan. Die Aufzählung ist ausdrücklich nur eine Auswahl. Es gibt also weitere neue Länder, die nicht namentlich erwähnt werden.
Bemerkenswert sind die Zahlen zur Nachfrage: Seit dem Start vor gut acht Monaten sollen über 100.000 Werbetreibende Kampagnen geschaltet haben. Zudem verweist OpenAI auf mehr als 1,2 Milliarden wöchentliche Nutzer von ChatGPT. Beides sind Eigenangaben des Unternehmens und nicht unabhängig geprüft. Sie zeigen aber, dass OpenAI den Kanal offensiv als ernstzunehmende Werbeplattform positioniert.
Was für Deutschland gilt
Die wichtigste Nachricht für Unternehmen in Deutschland lautet: Die aktuelle Meldung bestätigt keine Verfügbarkeit hierzulande. Deutschland gehört nicht zu den namentlich genannten neuen Ländern. Zwar nimmt OpenAI Bezug auf frühere Ausweitungen in Europa sowie in Südostasien und Taiwan. Welche europäischen Länder damit gemeint sind und ob Deutschland, Österreich oder die Schweiz dazugehören, geht aus dieser Mitteilung jedoch nicht hervor.
Ob ChatGPT Ads in Deutschland bereits buchbar ist, seit wann das gilt und welche Sprachen unterstützt werden, lässt sich auf Basis der vorliegenden Quelle also nicht sicher sagen. Wer das für den eigenen Betrieb klären möchte, sollte den aktuellen Stand direkt bei OpenAI prüfen, etwa im Ads Manager oder in der offiziellen Dokumentation. Ob die dortigen Angaben zur Verfügbarkeit bereits die jüngste Erweiterung abbilden, ist ebenfalls offen.
Noch nicht beantwortet sind außerdem Fragen, die für die Praxis entscheidend sind: Preise, Mindestbudgets, Abrechnungsmodelle, Voraussetzungen für Werbetreibende, Werberichtlinien und mögliche Einschränkungen für bestimmte Branchen. Auch zum Umgang mit Datenschutz und zu den Anforderungen der DSGVO liegen keine belastbaren Informationen vor. Gerade dieser Punkt dürfte für Unternehmen in Deutschland ein wichtiger Prüfstein sein, bevor überhaupt über Budgets gesprochen wird.
Wer die Anzeigen sieht und wie gebucht wird
Eine klare Aussage gibt es zur Zielgruppe: Anzeigen erscheinen nur in den Tarifen Free und Go. Wer ChatGPT in den Bezahlversionen Plus, Pro oder Enterprise nutzt, bleibt werbefrei. Für Werbetreibende bedeutet das, dass ein Teil der Nutzerschaft grundsätzlich nicht erreichbar ist, darunter auch Menschen, die ChatGPT beruflich über einen Enterprise-Zugang ihres Unternehmens nutzen.
Gebucht wird laut OpenAI auf zwei Wegen: über Technologiepartner oder per Self-Service im Ads Manager, also über eine eigene Oberfläche, in der Werbetreibende ihre Kampagnen selbst anlegen und verwalten. Welche Voraussetzungen für den Zugang gelten, ist nicht bekannt. Für die Zukunft kündigt OpenAI zusätzliche Anzeigenformate, Kampagnenziele, Buchungsoptionen und Messmöglichkeiten an, nennt dafür aber keine Termine.
Was das für kleine und mittlere Betriebe bedeutet
Für einen Online-Shop, eine Zahnarztpraxis oder einen Handwerksbetrieb ist die Meldung vor allem ein Signal: Die Orte, an denen Menschen nach Lösungen suchen, verschieben sich. Wer früher in eine Suchmaschine tippte, welcher Akkuschrauber für Heimwerker taugt oder wie sich ein undichtes Fenster abdichten lässt, stellt diese Frage heute oft einem KI-Assistenten. Dass dort Werbung möglich wird, macht den Kanal kommerziell interessant.
OpenAI richtet sich in seiner Kommunikation ausdrücklich auch an lokale Unternehmen. Konkrete lokale Funktionen nennt die Meldung allerdings nicht. Ob ein Restaurant künftig gezielt Gäste im Umkreis ansprechen kann oder ein Malerbetrieb Anzeigen auf sein Einzugsgebiet beschränken kann, ist nicht belegt. Bis dahin ist das eine Werbeaussage und keine dokumentierte Funktion.
Hinzu kommt: Ohne bekannte Preise und Messmöglichkeiten lässt sich kaum seriös abschätzen, ob ein Euro in ChatGPT Ads mehr bringt als in bewährten Kanälen. Wer heute schon mit Google Ads und Social Ads planbar Anfragen gewinnt, sollte dieses Budget nicht vorschnell umschichten.
Sinnvolle Vorbereitung statt hastiger Einstieg
Abwarten heißt nicht, untätig zu bleiben. Einige Schritte lohnen sich unabhängig davon, wann und wie Werbung in ChatGPT in Deutschland nutzbar wird:
- Die Verfügbarkeit im eigenen Markt regelmäßig direkt bei OpenAI prüfen, statt sich auf Berichte aus zweiter Hand zu verlassen.
- Klären, welche Fragen die eigene Zielgruppe typischerweise an einen KI-Assistenten stellt, und daraus Themen für Angebote und Inhalte ableiten.
- Landingpages und Tracking so aufstellen, dass ein neuer Kanal später sauber gemessen und mit bestehenden Kampagnen verglichen werden kann.
- Datenschutzfragen früh mitdenken und spätestens dann prüfen, wenn OpenAI konkrete Informationen zu Targeting und Einwilligung für die EU veröffentlicht.
Gerade der dritte Punkt wird oft unterschätzt. Eine Anzeige, ganz gleich auf welcher Plattform, ist nur so gut wie die Seite, auf der sie landet. Wer seine Website oder Landingpages schon heute klar auf Anfragen ausrichtet und Conversions sauber erfasst, kann einen neuen Kanal später mit wenig Aufwand testen und ehrlich bewerten.
Parallel bleibt die organische Sichtbarkeit wichtig. Inhalte, die klar, fundiert und gut strukturiert sind, schaffen eine solide Grundlage, egal ob Menschen über Suchmaschinen oder KI-Assistenten nach Antworten suchen. Eine durchdachte Strategie für SEO und Content zahlt sich deshalb auch ohne Werbebudget aus. Neue Entwicklungen rund um Werbeplattformen und KI, darunter auch den weiteren Weg von ChatGPT Ads, greifen die Marketing-News von Voith Marketing laufend auf.
Noch nicht geklärt
- Ist ChatGPT Ads in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits buchbar, und seit wann?
- Welche Preise, Mindestbudgets, Abrechnungsmodelle und Messmöglichkeiten gelten?
- Wie geht OpenAI mit Datenschutz und DSGVO um, und welche Werberichtlinien oder Branchenausschlüsse gibt es?
- Werden deutsche Sprache und lokale Ziele wie Umkreis-Targeting oder Ladenbesuche unterstützt?
Einschätzung von Voith Marketing
Aus Sicht von Voith Marketing zeigt die Ausweitung, dass Werbung in KI-Assistenten kein Randexperiment mehr ist, die Zahl von über 100.000 Werbetreibenden bleibt aber eine Herstellerangabe. Für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland ist es derzeit zu früh für Budgetentscheidungen, weil die Meldung keine Verfügbarkeit hierzulande bestätigt und Angaben zu Kosten, Formaten, Messung und Datenschutz fehlen. Sinnvoll ist eine Haltung zwischen Neugier und Nüchternheit: den Kanal beobachten, die eigene Ausgangslage verbessern und erst mit einem kleinen, sauber gemessenen Test einsteigen, wenn die Rahmenbedingungen feststehen.
Quellen
Neue Werbekanäle sinnvoll einordnen?
Voith Marketing prüft gemeinsam mit Unternehmen in einem unverbindlichen Erstgespräch, wie neue Kanäle wie ChatGPT Ads in den bestehenden Marketing-Mix passen und wo laufende Kampagnen schon heute Potenzial verschenken.
Chris Voith ist Online-Marketing-Manager aus Klingenberg am Main, im Landkreis Miltenberg zwischen Aschaffenburg und Frankfurt. Seit über 20 Jahren unterstützt er Unternehmen dabei, ihre Sichtbarkeit zu steigern und neue Kunden zu gewinnen. Mit seiner Agentur Voith Marketing betreut er Unternehmen in der gesamten DACH-Region persönlich, von Google Ads und Suchmaschinenoptimierung (SEO) über Social Media bis hin zu modernen KI-Automationen.
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